Silvia's Kräutergenuss

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Januar 2019 - Ingwer

Zingiber officinale

Ingwer, ein kulinarischer Tausendsassa!
Wer kennt sie nicht, die Kürbissuppe mit Ingwer, aber da gibt es noch mehr! 
Sein zitronig-frisches Aroma und der fruchtig-scharfe Geschmack verbinden sich mit Jogurt oder einem Schokoladenüberzug ebenso genüsslich wie mit Gemüse oder Fisch. Man kann Ingwer roh essen, sollte ihn aber dünn schälen, am besten gleich mit der Schale benutzen, denn viele wichtige Inhaltsstoffe sitzen unter der Schale, gebraten (wobei er etwas an Geschmack und Schärfe verliert) oder mitgekocht.
Gerade im Herbst und Winter verleiht Ingwer einer Gemüse- oder Hühnersuppe jene wohltuend wärmende Wirkung, die sich vom Magen aus über den ganzen Körper ausbreitet. Ingwer passt nicht nur zu Gemüse, er passt zu Geflügel, Lamm, sowie zu Fisch und Meeresfrüchten. Die Gerichte bekommen durch seinen aromatischen Geschmack eine ganz besondere Würze. Er dient pur oder in Mischungen z.B. bei Curry, Chutneys, Marmeladen (vor allem die in Großbritannien beliebte Ingwerkonfitüre) und Saucen als Gewürz. Auch Lebkuchen (Gingerbread), Printen, Milchreis, Obstsalat und fruchtige Kaltschalen werden mit gemahlenem Ingwer verfeinert.
In einem Kochbuch wird sogar vorgeschlagen, Ingwer zum Käsefondue zu reichen, um das Fondue nicht nur rassiger, sondern auch leichter verdaulich zu machen. Ingwer gibt der beliebten Limonade Ginger Ale oder dem Ingwerbier seinen unvergleichlichen Geschmack - wenn echter Ingwer, nicht etwa künstliches Aroma, enthalten ist. Aus Japan stammt in Essig eingelegter Ingwer, der als Gari zwischen unterschiedlichen Sushi-Gängen gegessen wird und als solcher in Sushi-Restaurants auf der ganzen Welt verbreitet ist.
Es gibt ihn auch kandiert, bekannt sind die Ingwerstäbchen. Ingwer kann anstelle von Kaugummi für einen frischen Atem eingesetzt werden oder ein Glas warmes Wasser mit etwas Ingwer-Saft und es dann gurgelt. 
Die wärmende Wirkung des Ingwers lässt sich besonders bei winterlichen Temperaturen für die Gesundheit nutzen.
Ingwertee, einen Esslöffel frischer Ingwer auf eine Tasse kochendes Wasser, mit Zitronensaft und Honig oder Holundersirup schmeckt das besonders gut. Ingwertee regt die Durchblutung an, löst Verspannungen und Verkrampfungen im Magen-Darm-Trakt und wirkt bei Verschleimung und Husten. Bei Erkältungen hat sich auch Ingwermilch bewährt. Dafür werden einige Scheiben frischer Ingwer oder ein Teelöffel Ingwerpaste (aus dem Asialaden) mit Milch aufgekocht, nach Bedarf mit etwas Honig gesüsst und so heiss wie möglich getrunken. Dieses einheizende Getränk sollte man allerdings nicht anwenden, wenn der erkältete Mensch schon heftig schwitzt oder hohes Fieber hat. Er hilft bei Durchblutungsstörungen, Infekten, Verdauungsproblemen, Übelkeit und Schwindel, als Kompresse bei Verstauchungen. Bei der Behandlung von Arthrose-Patienten konnte mit Ingwer-Auszügen die gleiche Schmerzlinderung wie mit Ibuprofen erzielt werden.
Ingweröl eignet sich sogar zur Bekämpfung von Kartoffelkäfern!
Und wenn draussen so richtig nasskaltes Schmuddelwetter ist und sie kommen durchfroren nach Hause, gönnen Sie sich doch einmal ein Ingwer-Fussbad. Das ist für müde, schmerzende und kalte Füsse eine ganz besondere Wohltat. Als Badezusatz wirkt Ingwer wohltuend. Bei Schlaflosigkeit, überreizten Nerven und bei Unterleibsschmerzen der Frauen beruhigt und entspannt er. Ein Ingwersud oder ein Tropfen Ingweröl mit einem Esslöffel Mandelöl vermischt wirkt als Badezusatz durchblutungsfördernd und regt den Kreislauf an.
Der Ingwer ein Genussmittel, Heilpflanze und Gesundheitsvorsorge von Kopf bis Fuss!
Selbst in der Tiermedizin wird seit 2002 Ingwer in Deutschland auch in der Pferdefütterung als Heilmittel bei Entzündungen und Arthrosen eingesetzt. 

(Dieses Bild stammt von Sengai Podhuvan)
Die Ingwergewächse (Zingiberaceae) besitzen einen sich verzweigenden Wurzelstock, ein so genanntes Rhizom. Die Bezeichnung "Wurzel" ist eigentlich nicht korrekt, es handelt sich vielmehr um unterirdisch kriechende, knollige Triebe, die sich geweihartig verzweigen. Von dieser Form des Rhizoms leitet sich der Name Sringavera ab und bedeutet im Sanskrit hornförmig oder
"mit Geweihsprossen versehen".
Ingwer wächst in den Tropen und Subtropen. Er wird in Ländern wie Sri Lanka, Indien, Indonesien, Vietnam, China, Japan, Australien, Frankreich und Nigeria sowie in Südamerika angebaut. Die Heimat der Ingwerpflanze ist nicht sicher bekannt. Möglicherweise hat sie ihren Ursprung in Sri Lanka oder auf den pazifischen Inseln. Im 9. Jahrhundert wurde die Pflanze im deutschen Sprachraum bekannt. Der grösste Produzent ist Indien mit etwa 250.000 Tonnen pro Jahr, das grösste Anbaugebiet ist in Nigeria, und der grösste Exporteur ist China.

Ingwer-Pflanze auf Hawaii
(Dieses Bild stammt von Lämpel)
In Indien wird er nach einer Wachstumsphase von acht Monaten geerntet. Dieser Ingwer ist noch jung und zart und wird deshalb überwiegend in der Küche verwendet. Nach weiteren acht bis zehn Monaten Wachstum, wenn sich die schilfartigen Blätter gelb färben, kann mit der Ernte des Gewürzingwers begonnen werden. Dieser wird getrocknet und später zu Pulver zermahlen. Geerntet wird der Ingwer meist per Hand oder mit Forken, es können aber auch Erntemaschinen eingesetzt werden.
Wer einen Versuch starten möchte: Ingwer kann ganz einfach zu Hause selbst angepflanzt und geerntet werden.
Eine kräftige Bio-Ingwer-Knolle einige Stunden oder über Nacht in Wasser einlegen und dann in einen Blumentopf mit nährstoffreicher Erde legen. Danach wird der Grossteil der Knolle mit einer dünnen Erdschicht bedeckt. Die Knolle sollte noch ein wenig aus der Erde schauen. Nun gelegentlich mit einer Sprühflasche benetzen. Die tropische Pflanze bedarf hoher Luftfeuchtigkeit. Sobald die ersten Triebe spriessen, sollte für den Topf ein zugfreies, warmes Plätzchen ausgewählt werden. Nach ca. acht Monaten kann zum ersten Mal von der Knolle geerntet werden. Dazu nimmt man die Pflanze aus dem Topf und schneidet die gewünschte Menge von der Wurzel ab. Mindestens die Hälfte sollte aber stehengelassen werden. Danach kommt das Ganze wieder in die Erde und kann wieder nachwachsen.
Der Ingwer liebt Wärme (Optimum 24 Grad) und hohe Luftfeuchtigkeit, direkte Sonne mag er dagegen nicht.
Ich wünsche viel Erfolg!

(Dieses Bild stammt von benson kua, flickr.com)

Nun sind wir für die Nass-Kalte Jahreszeit gewappnet!
Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes Jahr 2019!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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