Silvia's Kräutergenuss

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April 2019 - Ehrenpreis

Veronica

„Ihm sei Ehr und Preis als vera unica medicina, das einzig wahre Heilmittel“. Dieser deutschsprachige Gattungsname Ehrenpreis rührt von der Wertschätzung des Wald-Ehrenpreises (Veronica officinalis) in der Naturheilkunde her.
Es gibt 350-450 Arten in der Gattung Veronica, etwa 50 heimische, hier nur einige zu nennen:
Steinquendel-Ehrenpreis (Veronica acinifolia L.), Acker-Ehrenpreis (Veronica agrestis L.), Alpen-Ehrenpreis (Veronica alpina L.), Bachbunge (Veronica beccabunga L.) über sie habe ich im April 2017 geschrieben, Persischer Ehrenpreis (Veronica persica Poiret), Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys L.). Seine volkstümlichen Namen Allerweltsheil oder Wundheilkraut verraten schon, dass die Pflanze als Heilkraut Verwendung findet. Allerdings war die medizinische Bedeutung im Mittelalter deutlich höher als heute, wo sie meist nur noch bei Husten oder bei chronischen Hautleiden genutzt wird. Im Mittelalter wurde er innerlich meist bei Erkrankungen der Lunge und Bronchien, bei Epilepsie, eitrigen Geschwüren, Leber- und Milzbeschwerden oder zur Behandlung von inneren Vergiftungen verwendet. Äusserlich wurde er bei Wunden oder bei Insektenstichen verwendet. Man kann zusammenfassen, dass der Ehrenpreis zu jener Zeit fast ein universelles und vor allem sehr beliebtes Heilkraut gewesen ist.
In älteren Kräuterbüchern (z.B. P. A. Matthioli, italienischer Arzt und Botaniker 15.Jh., Hieronymus Bock, deutscher Arzt und Botaniker 15.Jh.) wurden dem Ehrenpreis meist mehrere Seiten mit zahlreichen Rezepten und Therapievorschlägen gewidmet.
Gereicht wurde das Kraut meist in Form von Aufgüssen, Ehrenpreiswein oder Essig.

Hier ein paar Anwendungsvorschläge:
Als Saft, aus dem gesamten oberirdischen Kraut kann mithilfe einer Kräutersaftpresse Ehrenpreissaft gewonnen werden. Dieser soll bei Nierenerkrankungen helfen und den Stoffwechsel anregen.
Als Tee, kann er bei Stress und Depressionen, Nervosität nach geistiger Überanstrengung, bei Gedächtnislücken und Schwindel helfen. Er hilft den Cholesterinspiegel auszugleichen, kann vorbeugend gegen Arterienverkalkung angewendet werden, zur Regeneration der Magenschleimhaut, gegen Rheuma, Gicht und Blasenkartarrh sowie bei Husten und Verdauungsproblemen.
Der Tee reinigt von innen heraus und hilft Giftstoffe auszuleiten. In Tee getränkte Umschläge helfen bei der Ausheilung chronischer Ekzeme, Wunden, Neurodermitis und Schuppenflechte. Ein heisser Ehrenpreisumschlag wird bei Brustschmerzen, bei Bronchitis zur Schmerzlinderung genutzt. Als Mundspülung wird der Tee bei Aphten und Zahnfleischentzündungen verwendet. Zubereitet wird er aus dem gesamten, blühenden, frischen oder getrockneten Kraut. 2 Teelöffel mit 250 ml kochendem Wasser übergiessen und
5 Minuten ziehen lassen. Eine Tasse Tee am Morgen kann gegen Müdigkeit unterstützend wirken, kühler Ehrenpreis-Tee mit Zitrone ist ein guter Durstlöscher und ein leicht anregend wirkendes Hausmittel.
Als Badezusatz, bei übermässigem Fussschweiss können warme Fussbäder mit Ehrenpreis helfen, sie sind auch geeignet, wenn Pilzerkrankungen vorliegen. Für das Fussbad wird ein Absud aus etwa 4 Esslöffeln des Krautes gekocht und zu dem Bad dazugegeben. Bei Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten, Vaginalpilz, Verbrennungen und Juckreiz wird ein Voll- oder Sitzbad mit Ehrenpreis genommen. Hierzu 2 Hände voll des Krautes mit 2 Litern Wasser aufkochen, 15 Minuten stehen lassen, abseihen und zum Badewasser geben.
Als Tinktur, sie kann leicht selbst hergestellt werden, 10 g Ehrenpreis mit 100 ml Alkohol (40 Vol% z.B. Doppelkorn) angesetzt.
10 Tage ziehen lassen, gelegentlich schütteln. Danach abfiltern und dunkel lagern. Ehrenpreistinktur wird auch bei Juckreiz empfohlen. Die Tinktur kann innerlich wie äusserlich verwendet werden.
Der herb-bittere Geschmack des Ehrenpreis ist eine aromatische Ergänzung in Salaten und Gemüsegerichten. Ebenso passt er in würziges Kräutersalz. Als Dekoration eignet er sich für Suppen, belegte Brote, kalte Platten und Süssspeisen. Wenn die Erdbeerzeit naht, ein Erdbeerpüree mit diesen wunderschönen blauen Blüten, eine herrliche Farbkombination. Ein Kaltwasserauszug aus den Blättern erinnert ein wenig an schwarzen Tee. In Smoothies kann er ebenfalls Verwendung finden.
Der Ehrenpreis ist eine Pflanzengattung, die nach molekularbiologischen Untersuchungen zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) gezählt wird. In älterer Literatur wird sie in der Regel noch unter den Braunwurzgewächsen, Rachenblütlern (Scrophulariaceae) oder als eigene Familie der Ehrenpreisgewächse (Veronicaceae) geführt.
Viele Ehrenpreisarten sind in Europa und Asien beheimatet, wobei jedoch auch einige Arten in abgelegenen Regionen wie Neuseeland und Australien vorkommen.
Er besitzt zahlreiche Namen: Grindheil, Männertreu (hier nicht mit den Lobelien zu verwechseln), Veronika, Katzenäuglein, Bathengel, „Die-einzig-Wahre“, Frauenlist, Freschegiggele (Froschäuglein Elsass), im französischen Véronique petit-chêne (Veronique kleine Eiche), engl.: bird’s eye (Vogelauge). Wetterblümchen, Gewitterblümel, dieser Name stammt aus dem Volksglauben, da er entweder in gewitterreichen Jahren vermehrt blüht oder beim Abpflücken Regen oder Gewitter bevorsteht. Dies kann ich nicht bezeugen, da ich ihn schon des öfteren gepflückt habe und die Sonne nach wie vor geschienen hat, da er dieses Jahr sehr zahlreich blüht, bleibt abzuwarten, ob uns ein gewitterreiches Jahr bevorsteht.

Im Bild sehen Sie den Gamander-Ehrenpreis.

 

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