Silvia's Kräutergenuss

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August 2013 - Wiesenbärenklau

Heracleum spondylium

Von Kopf bis Fuss oder von Blüte bis Wurzel, der Bärenklau ist eine viel verwendbare köstliche Pflanze!

Er wird auch Gemeiner (echter) Bärenklau genannt und gehört zu den Doldenblütlern. Er ist im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) in Europa heimisch. Weil die lappig gestielten und behaarten Blätter Bärentatzen ähneln hat diese Pflanze ihren Namen – Bärenklau = Bärenklaue erhalten. Sein lateinischer Name – Heracleum leitet sich von Herkules dem griechischen Helden ab. Um den Bärenklau den Menschen in meinen Kursen nahe zu bringen verwende ich einen Merksatz: Ist der Stängel kantig, rau ist es Wiesen-Bärenklau, im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau und Engelwurz (glatter Stängel).



Er wächst, wie der Name schon sagt, auf nährstoffreichen Wiesen, aber auch an Bachufern, Feldrändern und in lichten Wäldern, er wird bis zu 1,5m hoch. Der Wiesen-Bärenklau kann bei empfindlichen Menschen durch den Kontakt mit der Pflanze eine Wiesendermatitis-Allergie hervorrufen, vor allem im Zusammenhang mit Sonnenbestrahlung der Haut. Viel schlimmer ist es beim Riesen-Bärenklau da kann der Hautkontakt Verbrennungen und Blasen hervorrufen.

In der Pflanzenheilkunde wird er als anregend, blutdrucksenkend, die Menstruation regelnd und verdauungsfördernd beschrieben. Die Blätter wurden früher gegen Durchfall und als Hustenmittel verwendet, er soll eine spezifische Wirkung bei Tuberkulose haben. In der Homöopathie bei Verdauungsbeschwerden, Husten, Heiserkeit und Hautleiden.

 

Dioskurides (griechischer Arzt) schreibt: Seine Frucht scheidet, getrunken, den Schleim durch den Stuhlgang aus; weiter heilt sie, getrunken, Leberleiden, Gelbsucht, Epilepsie und Mutterkrämpfe. In der Räucherung weckt sie die von Schlafsucht Befallenen auf. Mit Öl auf den Kopf gestrichen ist sie ein gutes Mittel für solche, die an Gehirnkrankheit, Lethargie und Kopfschmerzen leiden; mit Raute als Umschlag heilt sie Schlangenbisse. Auch die Wurzel wird Gelbsüchtigen und Leberleidenden gegeben. Ringsum abgeschabt und eingelegt bringt sie Wulste in Fisteln zum Verschwinden. Der Saft der frischen Blüten ist ein gutes Mittel gegen geschwürige und eiterflüssige Ohren. Und bei Mességué (französischer Phytotherapeut) ist zu lesen, dass der Bäerenklau das aller beste Aphrodisiakum sei.

Mit dem getrockneten Kraut lässt sich Wolle in Gelb- oder Olivtönen färben. Junge Blätter sind ein gutes Viehfutter z.B. für Kaninchen. Er war auch ein häufiger Bestandteil des Kräuterstrausses, der Anfang August zu Mariä Himmelfahrt im Rahmen der Kräuterweihe gesegnet wurde. Ansonsten wurde aber die heimische Engelwurz Angelika archangelica dem Wiesen-Bärenklau vorgezogen, weil sie diesen an Grösse und angeblich auch an Heilkraft überragt.

Kinder haben früher die ovalen, flachen Früchte als "Geld" verwendet. Aus den hohlen Stengeln wurde allerlei Spielzeug gefertigt, zum Beispiel Röhren für Wasserleitungen, aber auch Blasinstrumente – Wiesen-Panflöte.

Ein paar Köstlichkeiten:
Im Frühjahr aus den Blättern als Gemüse, wie Spinat; aus den Stielen – bester Spargelersatz; die Blütenknospen verwenden wir wie Broccoli und die Wurzel verwendet man für Fuss-Handbäder nach Mességué für „ gut ehelich wercken “.
Brechen Sie grössere Stängel in zwei Teile und lassen die Bruchstelle an der Sonne trocknen. Die kleinen glitzernden Safttröpfchen, die aus den Stängeln austreten, kristallisieren wie Zucker und sind eine feine Leckerei.
Kosakenbier: Einige Handvoll zarte Bärenklaustängel, kleingeschnitten, mit 2l. Wasser abkochen. Dem Absud etwas Hefe zufügen und das Ganze in einem grossen Glasballon an einem warmen Ort gären lassen. Wenn die stärkste Gärung beendet ist (ungefähr nach 3-7 Tagen), abseihen und gekühlt trinken. Das Getränk ist nicht lange haltbar, also bald aufbrauchen.

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