Silvia's Kräutergenuss

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September 2013 - Ackerschachtelhalm

Equisetum arvense

Nahrung für die Dinos?

Der Ackerschachtelhalm, auch Zinnkraut genannt, ist in Europa und Nordasien weit verbreitet und an Wegrändern und Dämmen, auf Feldern, Wiesen und Äckern leicht zu finden. Deswegen auch der Name – Ackerschachtelhalm.
Vor ca. 400 Millionen Jahren war der Schachtelhalm baumgross und bevölkerte riesige Wälder zusammen mit Riesenfarnen und Moosen.
Wie diese so hat auch der Schachtelhalm keine Blüten sondern vermehrt sich durch Sporen.
Im Frühjahr ist der Schachtelhalm eine blassgelbliche stengelartige Pflanze, die nach kurzer Zeit verschwindet. Später wachsen dann grüne Sommertriebe.
Der Stengel setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen, die ineinander verschachtelt sind, wieder ein Hinweis auf den Namen.

Er enthält bis zu 10% Kieselsäure und ist damit "unsere wirksamste heimische Kieselsäurepflanze“. Beim kauen der Pflanze bemerkt man die kleinen Kristalle.
Wegen ihres hohen Gehaltes an Kieselsäure benutzte man die Pflanze früher zum Geschirr putzen, besonders der Zinngefässe, daher die Namen Zinn-oder Scheuerkraut.
Weitere Volksnamen wären Katzenwedel, Pferdeschwanz oder Schaftheu.

Er wirkt durch seinen hohen Kieselsäuregehalt stark anregend auf die Harnabsonderung.
Die Kieselsäure fördert auch die bindegewebige Abheilung von tuberkulösen Lungenprozessen. Zinnkraut-Abkochungen bewirken eine Durchblutungssteigerung.
Häufig zeigen Ekzeme, schlecht heilende Wunden und Geschwüre im warmen Zinnkraut-Bad ein rasch einsetzendes Heilstreben. Die Anwendung kann auch als Auflage oder Wickel geschehen.
Er ist eine vielseitig zu gebrauchende Heilpflanze. Man wendet sie bei Nierenerkrankungen, Nierenbecken-und Blasenkatarrh, Wassersucht, Blutungen, Stoffwechselstörungen, rheumatische Schmerzen und Krampfadern an. Er ist auch bei allgemeiner Bindegewebsschwäche, bei schlaffem Magen und Darm, sowie bei Frauen mit starker Menstruation und Ausfluss zu gebrauchen.
Bei der Behandlung von Tuberkulose wird er auch heute noch als zusätzliches Mittel verwendet.
Als Tee verwendet man 3 Teel. des geschnittenen Krautes auf 1 Tasse Wasser, 30 Min. kochen lassen (damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen löst).
Zur Anregung der Harnabsonderung trinkt man morgens 1-2 Tassen warm.
Zweckmässig ist auch die Anwendung des frischen Presssaftes, den man mit Wasser verdünnt teelöffelweise einnimmt.
Zu Badekuren hat sich Zinnkrautextrakt besonders bewährt bei verschiedenen Ekzemen,
bei Durchliegen, schlecht heilenden Wunden (Geschwüren) sowie Blasenkatarrh und Blasenschwäche.
Man benötigt je Vollbad 150 g Extrakt oder 100 g Droge, die mit heissem Wasser eine Stunde lang ausgezogen und nach Abseihen dem Badewasser zugefügt wird.

Leider gilt die Pflanze heute insbesondere in der Landwirtschaft als Schädling und wird daher entsprechend bekämpft.
Neben der Anzeigefunktion für Staunässe weist das Vorkommen größerer Mengen von Ackerschachtelhalm auch auf eine Bodenverdichtung hin, die beispielsweise durch schwere landwirtschaftliche Maschinen ausgelöst sein kann, und die auch auf eine schlechte Befruchtungsfähigkeit in der Zukunft hinweisen kann.
Möglicherweise fehlt es aber auch nur an entsprechenden Bewohnern des betroffenen Bodens,
z.B. Regenwürmern oder Maulwürfen, die für Auflockerung sorgen.
Während der Ackerschachtelhalm bei uns vor allem als Schädling und "Unkraut" angesehen wird, dient er in anderen Ländern sogar als Gemüsepflanze. In Japan ist der Ackerschachtelhalm sehr beliebt und wird als Gemüse angebaut.

Durch den hohen Gehalt an Kieselsäure kann er auch als Stärkungsmittel für Pflanzen dienen.
Man stellt einen Auszug – Tee her und verwendet ihn als Pflanzenschutzmittel. So helfen die darin enthaltenen Substanzen beispielsweise gegen Schädlinge wie den Mehltau, der besonders Obstgehölze befällt.
Im ökologischen Anbau dient ein Extrakt zum Beizen des Saatgutes. Der Ackerschachtelhalm wird dazu verwendet, das Saatgut vor Krankheiten und Schädlingen zu bewahren.

 

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