Silvia's Kräutergenuss

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Oktober 2013 - Schafgarbe

Achillea millefolium

Von Göttern, Magie und griechischer Mythologie bis zur Heilpflanze

Die "garbe" im Namen dieses Heilkrautes hat nichts mit der Korngarbe zu tun, sondern es stammt vom Althochdeutsch "garvan", d.h. Heilen. Also wäre der Name Schafheilkraut. In Estland heisst sie Beilhiebkraut, in Ungarn Blutkraut, in Friesland Wundheiler. Alle diese Namen deuten auf eine Heilkraft dieser Pflanze hin.
Ein Buch aus dem 16. Jahrhundert erzählt die Geschichte der Mayas und ihrer Beziehung zu ihren Göttern. Schafgarbe und Ringelblumen wurden zusammen mit Hirschleder als Opfergabe verbrannt. Sie war seit frühesten Zeiten als eines der neun heiligen Kräuter bekannt, denen magische wie auch heilende Kräfte nachgesagt wurden.
Es heisst, dass Chiron, der Zentaur, Achilles lehrte, blutige Wunden mit den seidenhaarigen Blättern der Schafgarbe zu heilen. Diese Weisheit hinterlies Achilles seinen Gefolgsleuten, und daher hat sie ihren lateinischen Namen Achillea.

Die Druiden haben sie angeblich benutzt, um das Wetter hervorzusagen – wie sie das gemacht haben, ist leider nicht überliefert.
Ihren bleibenden Ruhm hat sich die Schafgarbe aber als Wundverband auf den Schlachtfeldern erworben.
Daher auch ihre englischen Namen soldiers woundwort und Herba Militaris.
Old man`s pepper nannte man einen billigen Schnupftabak, der einst aus Schafgarbe hergestellt wurde.
Linnaeus (schwedischer Naturforscher) entdeckte in Norwegen, dass Schafgarbentee, regelmässig über eine längere Zeitspanne getrunken, Rheumatismus zu heilen vermag.
Eine Reihe alter Kräuterbücher raten gegen Haarausfall zu Spülungen mit dem Tee und bei Zahnschmerzen ihre frischen Blätter zu kauen.
Nicholas Culpeper (Apotheker und Arzt des 17.Jh., studierte in seiner Freizeit Astrologie) ordnete die Schafgarbe der Venus zu und als Heilmittel stellte er ihr ein gutes Zeugnis bei Geschlechtskrankheiten und Inkontinez aus.
Ein altes Sprichwort sagt: "Schafgarb` im Leib tut gut jedem Weib!"

Die Heilkräfte der Schafgarben stärken die Eingeweiden, die inneren Schleimhäute und die Mutterschaftsorgane, sie beheben Krämpfe, zu starken Blutfluss, Weissfluss und regulieren die Periode, vorausgesetzt, dass der Stuhlgang in Ordnung ist. Bei Frauenleiden ist deshalb eine längere Kur mit Schafgarbentee angezeigt; die tägliche Dosis betrage zweimal eine halbe Tasse. Er ist auch heilsam für den Magen, bei Magenkrämpfen und Magenblutungen. Die wärmende Wirkung des Tees ist auch vorteilhaft bei Lungenleiden, Hämorrhoiden und Rheumatismus, dieser wurde schon Eingangs erwähnt.

Schafgarbe in Weiswein abgekocht ist ein Heiltrank gegen Appetitlosigkeit, gegen Blut im Stuhlgang, gegen Nieren-Blasen- und Gallensteine. Schafgarbe und Wegerich in Schweinefett gekocht, ergibt eine ausgezeichnete Heilsalbe bei blutenden Hämorrhoiden und Brüchen. Äussere Wunden von Stich, Schlag, Schnitt oder Schürfung heilen rasch, wenn man Auflagen von frischen, zerquetschten Schafgarbenblättern macht. Gurgeln mit der Abkochung von Schafgarbe heilt das Zahnweh.
Ein geschmacklich ganz feines Stärkungsmittel ist der bekannte Iva-Likör:
Man füllt ein Einmachglas mit einer alpinen Schafgarbensorte, übergiesst die Kräuter bis oben hin mit Schnaps (Kräuterpfarrer Künzle verwendet 1/3 Feinsprit und 2/3 Wasser) und stellt das Ganze geschlossen acht Tage an die Sonne. Danach filtert man die Flüssigkeit ab und süsst sie mit genügend Zucker oder Kantis. Von diesem Likör nimmt man morgens nüchtern und abends je einen Essl. voll, verdünnt mit drei Essl. Wasser.

Sie gedeiht in vielen Arten, von der Ebene bis in die Hochalpen hinauf; in der Schweiz zählt man 20 versch. Arten. Die bekannteste Art ist die auf Wiesen, an Waldrändern und Wegen wachsende Millefolium (Tausendblatt). Sämtliche Arten sind heilsam in Blättern und Blüten, frisch oder getrocknet. Die wirksamsten sind aber die kleinen Bergarten, die man Iva (Achillea moschata) nennt und die sich durch einen besonders würzigen Geruch auszeichnen.

Noch ein paar praktische Anmerkungen:
eine Hand voll Schafgarbenblätter lassen ihren Kompost schneller verrotten.
Dass zwei Blättchen Schafgarbe ihren Kompost aktivieren, beweist welche Kraft in dieser Pflanze steckt.
Wenn Sie sie im Garten in einer grösseren Gruppe pflanzen, bieten die weiss – rosa Blüten im Sommer einen hübschen Anblick, und sie wird den Pflanzen in ihrer Nachbarschaft helfen zu wachsen und zu gedeihen, was will man mehr von einem Kraut erwarten, dass immer noch als Unkraut angesehen wird.

 

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