Silvia's Kräutergenuss

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Februar 2014 - Kiefer

Pinus sylvestris

Die zur Familie der Nadelhölzer (Koniferen) gehörende Kiefer ist in Europa sowie
Nord-Westasien verbreitet. Angebaut werden Kiefern inzwischen weltweit in den geeigneten Klimazonen. Sie sind die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Kiefernholz gehört neben dem Fichtenholz zu den wichtigsten Nadelhölzern.
Entscheidend sind hier wie auch bei den anderen Arten der gerade Wuchs, das rasche Wachstum, die geringen Ansprüche an den Standort und die gute Verwendbarkeit des Holzes. Sie wird als Bau- und Möbelholz und als Brennholz benutzt.
Die Kiefer ist ein anspruchsloser Baum, selbst auf armen, sandigen Böden bildet sie noch grosse Bestände. Sie ist auch unter dem Namen Föhre bekannt, verschiedene Arten sind Wald-Föhre, Schwarz-Föhre, Latsche (Legföhre), Berg-Föhre, Weymouths-Kiefer und Sternkiefer. Nach Aljos Farjon werden die Kiefern zu 113 Arten zusammengefasst.
Wie bei den verwandten Arten Edeltanne, Fichte, Lärche tritt bei Verletzungen der Stämme oder Zweige aus den Harzkanälen das balsamartige Terpentin aus.
 
Dieses enthält zu 15-30% ein ätherisches Öl, das Terpentinöl. Nimmt man es in zu hohen
Dosen ein, kommt es durch starke Schleimhautreizung zu Erbrechen und blutigen Durchfällen. Äusserlich benutzt man es in Salben und zum Einreiben bei Rheumatismus, Gicht, Hauterkrankungen, Muskelkater und Neuralgien. Innerlich bei Bronchitis und Lungentuberkulose oder auch zur Inhalation. Die Anwendung mit Terpentinöl muss immer mit grösster Vorsicht geschehen.
Anfang des 20.Jahrhunderts diente die Kiefer als „Kien-Föhre“, aus dem harzigen Holz schnitt man die Kienspane oder Kiefernfackeln die besonders hell brannten.
Kienspane in Harz getränkt stellte die abendliche Beleuchtung her.
Die Kiefer war ein wichtiger Rohstofflieferant, die Bäume wurden von den Harzsammlern und Pechsiedern angeritzt und der Baumsaft eingesammelt. Pech wurde zum Schmieren der Wagenräder verwendet und um Fässer abzudichten. Gerber benutzten es zum Schwellen der Häute, Schlachter zum Enthaaren der geschlachteten Schweine. Holzfäller rieben sich die Hände mit dem Harz ein, dass ihnen die Axt nicht aus der Hand rutschte.
 
Im Mai – Juni sondern die Blüten riesige Mengen an Blütenstaub ab, so dass man von einem „Schwefelregen“ spricht.
Der Staub, der alles bedeckt und die Pfützen gelb färbt ist voller „Licht-Feuerkraft“. Er ist entzündlich wie das „Hexenmehl“ vom Bärlapp und wurde wie dieser von Schamanen gesammelt, um Feuerzauber zu bewirken. Bei druidischen Ritualen wurde er in die Glut geworfen, wo er mit einer
imposanten Stichflamme emporschoss oder den Raum mit seinem Funkenregen erhellte.
Wer denkt da nicht an Gandalf der Zauberer aus Herr der Ringe (J.R.R. Tolkiens).
Hildegard von Bingen schreibt über die Viehseuche: "Wenn die Seuche das Vieh heimsucht, dann leg frische Zweige vom Baum vor das Vieh, damit es deren Duft aufnimmt oder treibe es dorthin, wo diese Bäume wachsen, damit ihr Duft in seine Nüstern übergeht. Es wird anfangen zu husten und den Unrat auswerfen, der in seinen Nüstern und Köpfen ist, und so wird die Seuche, die es heimsucht verschwinden. Der starke Duft  dieses Baumes löst nämlich die verdorbenen Körpersäfte im Vieh, so dass sie ausgeworfen werden können. Aber man muss doch aufpassen, dass das Vieh nicht von jenen Bäumen kostet, damit es davon nicht geschädigt wird und leidet, denn im Saft ist ein gewisser Schleim, der es innerlich verletzen würde.“
 
In Korea und Japan kommt den Kiefern eine besondere symbolische Bedeutung zu:
Sie stehen dort für Stärke, Langlebigkeit und beständige Geduld. Sie sind dort besonders oft in sorgfältig ausgestalteter Form in Tempel- und Gartenanlagen zu finden.
In China gilt die Kiefer als Symbol für langes Leben, Beständigkeit und Selbstzucht. Gemeinsam mit Pflaume und Bambus zählt sie zu den drei Freunden des Winters.
Als Nahrungsmittel dienen die Samen einzelner Kiefernarten z.B. Pinienkerne oder Zedernüsse.
In den kleinen Kernen, die ausserordentlich nahrhaft sind, stecken die Vitamine B & E sowie Mineralstoffe und viele Spurenelemente.
Pinienkerne sind in der mediterranen Küche sehr beliebt – zum Backen, in Salaten oder zum Knabbern. In der türkischen und arabischen Küche findet man sie häufig in Reisgerichten.
Für das Bärlauch-Pesto, sind die Pinienkerne auch eine Bereicherung. Aber dafür müssen wir uns noch ein wenig gedulden.

 

 

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