Silvia's Kräutergenuss

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März 2014 - Birke

Betula pendula

Im Frühling, wenn nach dem winterlichen Schlaf sich die Kräfte der Natur wieder zu regen beginnen, ist die Zeit gekommen, die Birke um ihre Knospen, ihr Blätter, ihren Saft, ihre Kätzchen und ihre Rinde zu bitten.
In Indien, Sibirien und den Indianern Amerikas gilt sie als magischer Baum. Mit ihrem Stamm aus weissem Satin und mit ihren zerzausten Wipfeln bildet die schlanke Birke den geheimen Schmuck
der feuchten Wälder, Torfmoore und Seenlandschaften, aus denen in der Morgenröte Nebelfetzen aufsteigen.
Man erkennt sie sehr gut an ihrer weissen, manchmal zart rosa oder blassgrünen gefärbten Rinde,
die sich in Streifen ablöst und stellenweise herrliche anthrazitfarbene Krater (Ausstülpungen) aufzeigt.

Ihre gezähnten Blätter verwandeln sich im Herbst in reines Gold. Im Frühling tragen ihre kürzeren Kätzchen, die zunächst aufgerichtet sind, die weiblichen Blüten. Die männlichen Kätzchen, gelblich und herabhängend, überlassen dem frischen Wind wahre Wolken von Blütenstaub.
Der sie als Allergieauslöser allerdings etwas in Verruf brachte.
Hildegard von Bingen empfahl die Blüten gegen Geschwüre und Wunden.
Mességué verwendete sie bei Nierensteinen-Koliken, Rheumatismus, Gicht, Albuminurie
(Harneiweiss) und Zellulitis als Harntreibemittel.
Ihre Heilkraft entfalten die Blätter, die Knospen, die Rinde und der Saft der Birke in Form von Tee
und bei äusserlicher Anwendung in Bäder, Lotionen und Kompressen. Ferner regen sie die Verdauung an, bekämpfen Grippe, senken Fieber, desinfizieren Wunden, heilen Hauterkrankungen
und verringern Haarausfall. Für unsere Schönheit als Gesichtswasser.
Wählen Sie schöne, pralle Knospen, pflücken Sie nur die zartesten Blätter, und die Kätzchen noch ehe die männlichen Blüten ihren Blütenstaub ausschütten und die weiblichen befruchtet worden
sind (April).

Lösen Sie die Rinde so ab, wie sie sich natürlich löst. Zur Gewinnung des Birkensaftes (Mai - Juni) wird der Stamm auf etwa einem Meter Höhe angebohrt, der Stamm sollte einen Durchmesser von mindestens 20 cm betragen. Die Bohrtiefe beträgt 5 cm, ein Röhrchen oder einen Plastikschlauch einführen, und den austretenden Saft direkt in eine Flasche leiten.
(Das Gefäss sollte nicht aus Metall sein). Es kann gut 2-3 Liter Saft entnommen werden, ohne, dass der Baum Schaden leidet. Die Zapfstelle muss danach mit einem zugespitzten Birkenholzpfropfen
und Baumwachs verschlossen werden.
Man sollte nur die eigenen Bäume anzapfen oder den Eigentümer fragen!
Diesem frischen gezapften Birkensaft wird schon seit Jahrhunderten eine besondere Wirkung zugeschrieben. Dreimal täglich ein Schnapsglas eingenommen wirkt er allgemein stärkend und
hat auch eine gewisse antidepressive Eigenschaft.
Den Körper nach dem Bad oder der Dusche mit Birkensaft abgerieben, hält die Haut
zart und geschmeidig. Fusswaschungen mit Birkensaft sind wirksam bei Schweissfüssen.
Zur Kopfwäsche verwendet und dann gründlich nachgespült, wird dem Birkensaft eine haarwuchsfördernde Kraft zugebilligt. Er pflegt und gesundet den Haarboden und die Haarwurzeln, vermindert Schuppenbildung und stoppt Haarausfall.
Nebenwirkungen sind bei Einnahme von Birkenblättertee nicht bekannt.
Patienten mit Wasseransammlungen (Ödemen) infolge eingeschränkter Herz-oder Nierentätigkeit sollten Birkenblättertee allerdings nicht trinken!

Ein paar Rezepte aus Mességués Heilkräuter Lexikon:
Absud:
Konzentrierter Absud aus Knospen wirkt harntreibend:
Nehmen Sie 4 Handvoll Knospen für 1 Liter Wasser, lassen Sie ihn bis zur Hälfte einkochen, 2-3Tassen täglich davon trinken.
Aus Blättern und Knospen, gegen Zellulitis:
Geben Sie 1 Handvoll dieser Mischung in 1 Liter Wasser, 3 Tassen täglich davon trinken.
Aus Rinde gegen Fieber:
Nehmen Sie 1 halbe Handvoll Rinden auf 1 Liter Wasser, 2-3 Tassen täglich davon trinken.
Dieser Tee wirkt auch gegen schlechte Verdauung.
Birkenvollbad:
Zum Abnehmen! 1 halbe Handvoll frischer Blätter pro Liter Wasser.
Hand- und Fussbäder:
Gegen Rheuma und Gicht: 4-6 Handvoll in Stücke geschnittener Rinde in ein Gefäss mit Wasser geben. Lassen Sie dies eine halbe Stunde lang stehen und wärmen Sie es dann auf, zweimal täglich anwenden.
Kompressen:
Aus frischen Blättern, gegen Hautbeschwerden und Wunden; Kompresse mehrmals täglich wechseln.
Lotion:
Gegen Haarausfall: Bereiten Sie einen Rindenabsud, geben Sie einige Tropfen frischen Baumsaft dazu und massieren Sie gründlich damit den Haarboden.
Eau de Toilette:
Bereiten Sie einen Absud aus Blättern und Knospen. Filtern Sie ihn und verwenden diese Flüssigkeit zur Reinigung Ihrer Haut, anschliessend mit destiliertem Wasser oder noch besser mit Rosenwasser abspülen.

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